Pressemittelung der LEV SH zum Investitionspaket "Kita für Alle"
Pressestatement der Landeselternvertretung (LEV) der KiTas in Schleswig-Holstein zum Investitionsprojekt „Kita für Alle“
Die Landeselternvertretung der KiTas in Schleswig-Holstein begrüßt ausdrücklich, dass mit dem Investitionsprojekt „Kita für Alle“ erhebliche zusätzliche Landesmittel im System der Kindertagesbetreuung verbleiben und gezielt in dessen Weiterentwicklung investiert werden. Die vorgesehenen Maßnahmen zur Stärkung des pädagogischen Personals, zur Verbesserung der Betreuungsqualität, zur Förderung inklusiver Angebote sowie zur Modernisierung von Infrastruktur und Steuerungsinstrumenten sind wichtige Schritte zur Stabilisierung und Sicherung des Kita-Systems.
Positiv bewertet die LEV insbesondere die zusätzlichen Mittel zur Entlastung der Fachkräfte, die Berücksichtigung weiterer Krankentage, den Ausbau der PerspektivKitas sowie die Weiterentwicklung der landesweiten Kita-Datenbank. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Verlässlichkeit der Betreuung zu erhöhen und strukturelle Herausforderungen im System anzugehen.
Aus Sicht der Elternvertretung bleiben jedoch wesentliche Aspekte unzureichend berücksichtigt. Trotz wiederholter Hinweise wurden Kita-Eltern und ihre Vertretungen nicht erkennbar in die Ausgestaltung des Projekts einbezogen. Eine systematische Beteiligung der Elternperspektive hätte zur Akzeptanz und zur passgenauen Ausrichtung der Maßnahmen beitragen können.
Darüber hinaus sieht die LEV die direkte Entlastung der Eltern nicht ausreichend im Fokus des Projekts. Maßnahmen wie Beitragsfreiheit oder spürbare Gebührenreduzierungen sind nicht vorgesehen, obwohl Eltern einen zentralen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur gesellschaftlichen Zukunft leisten.
Kritisch anzumerken ist zudem, dass zentrale Förderansätze insbesondere Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren adressieren. Frühkindliche Bildung beginnt jedoch bereits deutlich früher. Eltern, die ihre Kinder frühzeitig in Betreuung geben, etwa um eine zeitnahe Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, profitieren von den vorgesehenen Maßnahmen nur eingeschränkt.
Schließlich bleibt aus Elternsicht offen, wie die Finanzierung des Kita-Systems langfristig gesichert und wie der steigende Fachkräftebedarf nachhaltig gedeckt werden soll. Hier bedarf es klarer Perspektiven über die aktuellen Maßnahmen hinaus.
Die Landeselternvertretung sieht in „Kita für Alle“ einen grundsätzlich richtigen und wichtigen Schritt zur Stärkung der Kindertagesbetreuung. Für eine zukunftsfeste Ausgestaltung des Systems sind aus unserer Sicht jedoch eine stärkere Einbindung der
Eltern, eine konsequentere Entlastung der Familien sowie verlässliche langfristige Rahmenbedingungen erforderlich.
Die Landeselternvertretung der KiTas in Schleswig-Holstein