Kreis- und Stadtelternvertretung Lübecks verärgert: Geschwisterermäßigung für Schulkinder nun doch mit Einschränkungen

Von Eltern und Kita-Trägern erreichte die Kreis- und Stadtelternvertretung in den letzten 10 Tagen die für alle überraschende Information, dass die am 25.6.2020 in der Lübecker Bürgerschaft einstimmig beschlossene Geschwisterermäßigung auch für Schulkinder offenbar doch nicht uneingeschränkt gilt. So wird z.B. die Betreuung eines Kindes an einem Förderzentrum, an der Waldorfschule oder die Teilnahme allein an der Frühbetreuung im Ganztag an Schule nicht angerechnet. „Diese Information ist für uns völlig neu und nicht akzeptabel. Dieses Verwaltungshandeln entspricht nicht dem politischen Willen des Bürgerschaftsbeschlusses und verstößt sogar gegen das Benachteiligungsverbot von Kindern mit Behinderung und/oder Förderbedarf an den Förderzentren,“ so Nicole Lindenberg, Vorsitzende der Kreiselternvertretung Lübecks verärgert.

Lindenberg schildert die Folgen der jetzt zum Teil fehlenden Geschwisterermäßigung: Eine Familie, die zum Beispiel ein Schulkind in der Frühbetreuung im Ganztag an Schule hat, ein Kind in der Kita und eines in der Krippe, bezahlt den vollen Beitrag für das Schul- und das Kita-Kind und erhält 50% Ermäßigung für das Kind in der Krippe. Im Sinne der beschlossenen Geschwisterermäßigung wäre es hingegen gewesen, wenn die Familie den vollen Beitrag für das Schulkind, einen um 50% ermäßigten Beitrag für das Kita-Kind und für das Kind in der Krippe keinen Beitrag bezahlt. Für Familien mit mehreren Kindern können die nun formulierten Einschränkungen „im Kleingedruckten“ also eine gewaltige Auswirkung von mehrere tausend Euro unerwarteten Mehrkosten auf die zu zahlenden jährlichen Betreuungskosten haben.

Mascha Benecke-Benbouabdellah, Vorstandsmitglied Stadtelternvertretung und Delegierte Kreiselternvertreterin im Jugendhilfeausschuss Lübeck: „Für uns als Elternvertretung sind diese Einschränkungen nicht nachvollziehbar, familienunfreundlich, diskriminierend und sorgen für Planungsunsicherheit auch bei den Trägern. Zudem werden dadurch Anreize geschaffen, Bereuungsplätze zu buchen, die eigentlich nicht benötigt werden, um die nötige Geschwisterermäßigung erhalten zu können - in Zeiten von Platzmangel im Ganztag an Schule und grundsätzlich bestehenden Personalmangel im pädagogischen Bereich alles andere als zielführend. Wir fordern daher die Einschränkungen bei der Geschwisterermäßigung umgehend und rückwirkend zum Start des laufenden Kitajahres aufzuheben und setzen dabei auf die Unterstützung der Lübecker Politik.“

Eure Kreiseltern- vertretung für:
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