Große Unterschiede für Betreuungsgebühren im Kreis

Kreiselternvertretung Segeberg fordert Transparenz und Gebührenfairness für Eltern

Eine Umfrage der Kreiselternvertretung an alle Kinderbetreuungseinrichtungen im Kreis Segeberg fand eigentlich nur zu internen Informationszwecken statt, doch die Ergebnisse zeigten große Unterschiede. Ein positiver Ausreißer nach unten ist Norderstedt – dort sind in allen Einrichtungen die Gebühren sehr niedrig, sie liegen für Krippe und Kita gleichermaßen bei 138,- Euro für täglich 5 Stunden in der Woche.

Verglichen wurden die reinen Betreuungsgebühren für fünf Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche. Ausgaben für Verpflegung, Windelgeld und Ausflüge kommen da noch oben drauf. Die „Durchschnittspreise“ im Kreis liegen bei 155,- € für einen Kindergartenplatz und bei 210,- € für einen Krippenplatz. (Norderstedt ist hier ausgenommen). Vor allem die Krippengebühren schwanken jedoch sehr stark. So liegt die günstigste Einrichtung bei 185,-€ und die teuerste bei 334,-€ für 5 Stunden Betreuung. Die Gebühren für Gruppen für 3-6-jährige Kinder schwanken zwischen 135,-€ und 180,-€. Die schwankende Gebührenhöhe sei Folge der Landespolitik aus Kiel. Jede Kommune dürfe selbst entscheiden, wie stark die Eltern an den Kosten der Kinderbetreuung beteiligt würden, kritisiert Birthe Nohrden, Vorsitzende der Kreiselternvertretung: „Das führt zu fehlender Transparenz und ein Umzug ins Nachbardorf kann da schon teuer werden. In Hamburg-nahen und städtischen Bereichen scheint der politische Wille für niedrige Beiträge höher zu sein, als in ländlichen Gegenden. Dabei sollten doch gerade diese familienfreundlich sein, um nicht auszusterben.“ Für Eltern nicht nachvollziehbar seien daher diese großen Unterschiede bei den Betreuungsgebühren.

Kosten der Eltern steigen

Auch die Beitragserhöhungen der letzten 3 Jahre wurden abgefragt. Der Trend ist klar erkennbar, die Kosten der Eltern steigen stetig. Die Anzahl der Einrichtungen, die Erhöhungen durchführten stieg von 18% (2014) auf 32% (2016). Desweiteren stieg auch die durchschnittliche Beitragserhöhung von 2,1% (2014) auf 3,8% (2016), die Preissteigerung der Krippen betrug 2016 im Durchschnitt sogar 4,4%.

Sorgen von Eltern und Erziehern betreffen Betreuungsschlüssel und Krankenstand

Die Kreiselternvertretung fragte die Einrichtungsleitungen auch nach wahrnehmbaren Sorgen der Eltern und Erzieher sowie deren Einschätzung zur Aufnahme von Flüchtlingskindern. Die Eltern sorgten am meisten die mangelnde Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen, das Angebot an Öffnungszeiten und der Betreuungsschlüssel. Die Sorgen der Erzieher sind in knapp 60% der Einrichtungen sowohl Betreuungsschlüssel als auch Krankenstand, gefolgt von 40 %, die sich für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnt fühlen. Einige gaben an, sich permanent überlastet zu fühlen.
Ein weiterer Grund für den problematischen Krankenstand aus Sicht der Erzieher sind krank in den Kindergarten gebrachte Kinder, ein Resultat aus dem steigenden Anteil von arbeitenden Müttern. Auch dadurch sind die Erzieher einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt und erkranken häufiger. Das Dilemma: Politik und Wirtschaft wünschen, dass immer mehr Mütter arbeiten, doch bei beiden fehle nach wie vor das Verständnis für Betreuungsbedarfe von kranken Kindern, flexible Arbeitszeiten und die Bereitschaft unkomplizierte Home-Office-Möglichkeiten zu schaffen.

Integration kein Problem, mögliche Mehrbelastung schon

Die Integration von Flüchtlingskindern bereitet gut ¾ der Befragten keine Sorgen, die mögliche zusätzliche Belastung durch besondere Förderbedarfe hingegen schon. Aktuell ist es so, dass keine generelle Unterstützung für Flüchtlingskinder vorgesehen ist. Diese muss weiterhin individuell wie auch für Kinder mit Förderbedarf angefordert werden.

„Wir wünschen uns von der Politik kreisweite Transparenz, was die Gebührengestaltung angeht und eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Schlüssel von 1,5. Konkret bedeutet dieses, dass in den Morgen- und Nachmittagsstunden bis zu 23 Kinder von nur einer Person betreut werden. Ein hoher Krankenstand ist da nicht verwunderlich“, so Birthe Nohrden.

An der Online-Umfrage nahmen in der letzten Maiwoche knapp ein Drittel der insgesamt 158 Einrichtungen teil.

Am 13. Oktober 2016 wird die Kreiselternvertretung Segeberg neu gewählt, als Projekt für das nächste Jahr ist eine Elternumfrage zur beliebtesten KiTa geplant. „Das tolle, liebevolle und hochwertige Engagement der Erzieher verdient unser aller Lob," schließt Birthe Nohrden.

Eure Kreiseltern- vertretung für:
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